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Feiertage in Liechtenstein: alle 13 Tage und was sie bedeuten

7 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am 18. September 2026


Liechtenstein hat 13 gesetzliche Feiertage. Sie sind den Sonntagen gleichgestellt (Art. 18 Abs. 2 Arbeitsgesetz): Neujahr, Hl. Drei Könige, Ostermontag, 1. Mai, Auffahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Maria Geburt, Allerheiligen, Maria Empfängnis, Weihnacht und Stephanstag. Wer an einem davon arbeitet, muss zustimmen — und bekommt 100 Prozent Lohnzuschlag.

Welche Feiertage sind in Liechtenstein gesetzlich?

Ein gesetzlicher Feiertag ist in Liechtenstein ein Tag, den das Arbeitsgesetz ausdrücklich den Sonntagen gleichstellt — an ihm gilt dasselbe Arbeitsverbot wie am Sonntag. Welche Tage das sind, zählt Art. 18 Abs. 2 des Arbeitsgesetzes abschliessend auf:

  • Neujahr — 1. Januar
  • Hl. Drei Könige — 6. Januar
  • Ostermontag — beweglich, Tag nach Ostern
  • Tag der Arbeit — 1. Mai
  • Christi Himmelfahrt (Auffahrt) — beweglich, 39 Tage nach Ostern
  • Pfingstmontag — beweglich, 50 Tage nach Ostern
  • Fronleichnam — beweglich, 60 Tage nach Ostern
  • Maria Himmelfahrt — 15. August, zugleich Staatsfeiertag
  • Maria Geburt — 8. September
  • Allerheiligen — 1. November
  • Maria Empfängnis — 8. Dezember
  • Weihnacht — 25. Dezember
  • St. Stephanstag — 26. Dezember
13 Feiertage

sind in Liechtenstein gesetzlich den Sonntagen gleichgestellt — die Liste in Art. 18 Abs. 2 Arbeitsgesetz ist abschliessend (Fassung 2026).

Arbeitsgesetz (ArG), LR 822.10, Art. 18 Abs. 2

Ostersonntag und Pfingstsonntag stehen bewusst nicht in der Liste: Sie fallen ohnehin auf einen Sonntag und brauchen keine eigene Gleichstellung.

Feiertage 2026 und 2027 mit Wochentag

Sieben der 13 Tage haben ein festes Datum, sechs hängen am Ostertermin. Ostern fällt 2026 auf den 5. April und 2027 auf den 28. März — daraus ergeben sich die beweglichen Tage.

2026

  • Do, 1. Januar — Neujahr
  • Di, 6. Januar — Hl. Drei Könige
  • Mo, 6. April — Ostermontag
  • Fr, 1. Mai — Tag der Arbeit
  • Do, 14. Mai — Auffahrt
  • Mo, 25. Mai — Pfingstmontag
  • Do, 4. Juni — Fronleichnam
  • Sa, 15. August — Maria Himmelfahrt (Staatsfeiertag)
  • Di, 8. September — Maria Geburt
  • So, 1. November — Allerheiligen
  • Di, 8. Dezember — Maria Empfängnis
  • Fr, 25. Dezember — Weihnacht
  • Sa, 26. Dezember — St. Stephanstag

2027

  • Fr, 1. Januar — Neujahr
  • Mi, 6. Januar — Hl. Drei Könige
  • Mo, 29. März — Ostermontag
  • Sa, 1. Mai — Tag der Arbeit
  • Do, 6. Mai — Auffahrt
  • Mo, 17. Mai — Pfingstmontag
  • Do, 27. Mai — Fronleichnam
  • So, 15. August — Maria Himmelfahrt (Staatsfeiertag)
  • Mi, 8. September — Maria Geburt
  • Mo, 1. November — Allerheiligen
  • Mi, 8. Dezember — Maria Empfängnis
  • Sa, 25. Dezember — Weihnacht
  • So, 26. Dezember — St. Stephanstag
10 von 13

Feiertagen fallen 2026 auf einen Werktag; 2027 sind es 9 von 13. Der Rest liegt auf einem Wochenende und bringt arbeitsfrei keinen zusätzlichen Tag.

Eigene Berechnung nach Art. 18 Abs. 2 ArG, Ostern 2026/2027

Brückentage lohnen sich vor allem 2026: Neujahr, Auffahrt und Fronleichnam liegen auf einem Donnerstag, Hl. Drei Könige, Maria Geburt und Maria Empfängnis auf einem Dienstag. Mit je einem Ferientag entstehen daraus sechs lange Wochenenden. 2027 bleiben nur zwei solche Brücken — Auffahrt und Fronleichnam, beide an einem Donnerstag.

Was heisst «dem Sonntag gleichgestellt»?

Die Gleichstellung ist kein Etikett, sondern zieht vier konkrete Rechte nach sich. Sie stehen im Arbeitsgesetz und gelten am Feiertag genauso wie am Sonntag:

  • Zustimmung: Dein Arbeitgeber darf dich ohne dein Einverständnis nicht zur Arbeit heranziehen (Art. 19 Abs. 4).
  • 100 % Lohnzuschlag: Wer nur vorübergehend an einem Sonntag oder Feiertag arbeitet, bekommt den doppelten Lohn für diese Zeit (Art. 19 Abs. 5). In Ladengeschäften und Tankstellen sind es 50 % (Art. 27a Abs. 3).
  • Ersatzruhe: Bis fünf Stunden Arbeit werden durch Freizeit ausgeglichen. Dauert sie länger, steht dir in der Woche davor oder danach ein ganzer freier Tag von mindestens 24 zusammenhängenden Stunden zu (Art. 20 Abs. 2).
  • Gottesdienst: Auf Wunsch ist dir nach Möglichkeit die nötige Zeit dafür freizugeben (Art. 19 Abs. 6).
100 %

Lohnzuschlag stehen dir zu, wenn du nur vorübergehend an einem Sonntag oder gesetzlichen Feiertag arbeitest — in Ladengeschäften und Tankstellen sind es 50 %.

Arbeitsgesetz (ArG), LR 822.10, Art. 19 Abs. 5 und Art. 27a Abs. 3, Fassung 2026

Wichtig zur Abgrenzung: Das Arbeitsgesetz regelt das Arbeitsverbot und den Zuschlag, nicht den normalen Feiertagslohn. Ob ein Feiertag, an dem du gar nicht arbeitest, bezahlt wird, ergibt sich aus deinem Arbeitsvertrag oder einem Gesamtarbeitsvertrag. Was sonst noch vertraglich geregelt sein kann, steht im Ratgeber zum Arbeitsrecht.

Was passiert, wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt?

Dann fällt er ersatzlos aus. Das Arbeitsgesetz stellt Feiertage den Sonntagen gleich — es sieht aber keinen Ersatztag vor, wenn ein Feiertag ohnehin auf einen Samstag oder Sonntag fällt. Einen Anspruch gibt es nur, wenn dein Arbeitsvertrag oder ein Gesamtarbeitsvertrag das ausdrücklich zusagt.

2026 trifft das drei Tage: Maria Himmelfahrt (Samstag), Allerheiligen (Sonntag) und den Stephanstag (Samstag). 2027 sind es vier — der 1. Mai, Maria Himmelfahrt, Weihnacht und der Stephanstag. Wer im Schichtbetrieb arbeitet, sollte zusätzlich die Ersatzruhe-Regel aus dem vorigen Abschnitt kennen: Die greift unabhängig davon, auf welchen Wochentag der Feiertag fällt.

Welche Tage sind keine gesetzlichen Feiertage?

Mehrere Tage, die viele für Feiertage halten, stehen nicht in Art. 18 Abs. 2 — sie sind arbeitsrechtlich normale Werktage, sofern nichts anderes vereinbart ist:

  • Lichtmess (2. Februar) und Josefstag (19. März): traditionell frei, aber nicht gesetzlich. Viele Gesamtarbeitsverträge und Betriebe gewähren sie trotzdem — ganz oder als halber Tag.
  • Karfreitag: in Liechtenstein kein gesetzlicher Feiertag. Im benachbarten Kanton St. Gallen dagegen schon — ein häufiger Irrtum bei Grenzgängern.
  • Heiligabend und Silvester: normale Werktage. Dass viele Betriebe früher schliessen, ist Gewohnheit, kein Anspruch.
  • Ostersonntag und Pfingstsonntag: keine eigenen Feiertage — sie sind bereits Sonntage.

Prüfe deinen Gesamtarbeitsvertrag, bevor du planst: Gerade Lichtmess und der Josefstag sind in Liechtenstein branchenweise geregelt und deshalb von Betrieb zu Betrieb verschieden.

Wie steht Liechtenstein im Vergleich zur Schweiz und zu Österreich?

Liechtenstein liegt gleichauf mit Österreich und deutlich über der Ostschweiz — ein Unterschied, der für Grenzgänger direkt spürbar ist, weil beide Kalender gleichzeitig gelten:

  • Österreich: ebenfalls 13 (§ 7 Arbeitsruhegesetz). Die Listen sind bis auf einen Tag identisch — Liechtenstein hat Maria Geburt am 8. September, Österreich stattdessen den Nationalfeiertag am 26. Oktober. Der Karfreitag ist seit 2019 auch dort kein allgemeiner Feiertag mehr.
  • Schweiz: bundesrechtlich nur einer — der 1. August. Jeder Kanton darf höchstens acht weitere Tage den Sonntagen gleichstellen.
  • Kanton St. Gallen: 9 — Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Auffahrt, Pfingstmontag, Bundesfeier, Allerheiligen, Weihnachten und Stephanstag. Vier Tage weniger als in Liechtenstein.
13 gegen 9

gesetzliche Feiertage: Liechtenstein gegenüber dem Kanton St. Gallen, aus dem der grösste Teil der Schweizer Grenzgänger kommt.

ArG Art. 18 Abs. 2 (FL) / Kanton St. Gallen, Feiertagskalender 2026

Als Grenzgänger gilt für dich der liechtensteinische Kalender, sobald du hier arbeitest — der Karfreitag ist dann ein normaler Arbeitstag, Maria Geburt dagegen frei. Was das für Steuern und Sozialabgaben bedeutet, steht im Grenzgänger-Guide; was netto übrig bleibt, rechnest du im Lohnrechner aus.

Offene Stellen findest du nach Gemeinde in Triesen, Vaduz und Schaan oder gebündelt unter allen Stellen in Liechtenstein.

Häufige Fragen

Wie viele Feiertage hat Liechtenstein?
13 gesetzliche Feiertage. Sie sind in Art. 18 Abs. 2 des Arbeitsgesetzes abschliessend aufgezählt und den Sonntagen gleichgestellt — vom Neujahrstag bis zum Stephanstag.
Ist der Karfreitag in Liechtenstein ein Feiertag?
Nein. Der Karfreitag steht nicht in Art. 18 Abs. 2 und ist arbeitsrechtlich ein normaler Werktag. Im benachbarten Kanton St. Gallen ist er dagegen ein gesetzlicher Feiertag — für Grenzgänger gilt der liechtensteinische Kalender.
Bekomme ich einen Ersatztag, wenn ein Feiertag auf einen Samstag fällt?
Gesetzlich nicht. Das Arbeitsgesetz sieht keinen Ersatztag vor, wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt. Ein Anspruch besteht nur, wenn dein Arbeitsvertrag oder ein Gesamtarbeitsvertrag das zusagt. 2026 betrifft das drei Tage, 2027 vier.
Muss ich an einem Feiertag arbeiten, wenn mein Arbeitgeber das verlangt?
Nur mit deinem Einverständnis (Art. 19 Abs. 4 Arbeitsgesetz). Arbeitest du nur vorübergehend an einem Feiertag, stehen dir 100 % Lohnzuschlag zu; in Ladengeschäften und Tankstellen 50 %. Ab fünf Stunden kommt ein ganzer Ersatzruhetag dazu.
Ist der Staatsfeiertag am 15. August ein gesetzlicher Feiertag?
Ja. Der 15. August ist als Maria Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag und zugleich Liechtensteins Staatsfeiertag. 2026 fällt er auf einen Samstag, 2027 auf einen Sonntag — einen Ersatztag sieht das Gesetz dafür nicht vor.

Quellen

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