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Die grössten Arbeitgeber Liechtensteins

7 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am 18. September 2026


Die 21 grössten Unternehmen Liechtensteins halten 15’173 Arbeitsplätze — rund ein Drittel aller Stellen im Land (Amt für Statistik, Stand Ende 2024). Zu ihnen zählen thyssenkrupp Presta in Eschen, Hilti und Ivoclar in Schaan sowie die Banken LGT, LLB und VP Bank in Vaduz.

Wie stark konzentriert sich der Arbeitsmarkt?

Liechtenstein hat einen der am stärksten konzentrierten Arbeitsmärkte Europas: Eine Handvoll Industrie- und Finanzunternehmen hält einen Drittel aller Stellen, während der Rest auf über viertausend kleine Betriebe verteilt ist.

15’173

Arbeitsplätze entfallen auf die 21 grössten Unternehmen — rund 33 % aller 46’364 Arbeitsplätze im Land (Stand 31.12.2024).

Amt für Statistik Liechtenstein, Unternehmen und Arbeitsplätze 2024

Die Gegenseite ist ebenso bemerkenswert: 88,2 Prozent aller Unternehmen haben zwischen einem und neun Arbeitsplätzen. Zusammen kommen diese Kleinstbetriebe auf 10’291 Stellen — mehr als ein Fünftel des Arbeitsmarkts. Wer nur auf die grossen Namen schaut, übersieht also gut drei Viertel der Arbeitgeber.

88,2 %

aller Unternehmen in Liechtenstein haben 1 bis 9 Arbeitsplätze; 9,6 % haben 10 bis 49 und nur 2,2 % haben 50 oder mehr (Stand Ende 2024).

Amt für Statistik Liechtenstein, Unternehmen und Arbeitsplätze 2024

Wer sind die grössten Arbeitgeber?

Die grössten Arbeitgeber verteilen sich auf drei Blöcke — Industrie, Finanz und Lebensmittel — plus den öffentlichen Sektor. Sortiert nach Standort:

  • Eschen: thyssenkrupp Presta AG, Automobilzulieferer und Weltmarktführer für Lenksysteme — mit rund 2’500 Beschäftigten in Liechtenstein der grösste Arbeitgeber des Landes.
  • Schaan: Hilti (Befestigungs- und Bautechnik, rund 1’900 bis 2’200 in Liechtenstein), Ivoclar (Dentalprodukte, rund 970 am Hauptsitz), Hilcona (Lebensmittel), Neutrik (Steckverbinder) und Telecom Liechtenstein.
  • Vaduz: die LGT Group, die Liechtensteinische Landesbank (LLB) und die VP Bank, dazu Hoval (Heiz- und Lüftungstechnik) und die Landesverwaltung.
  • Balzers: Oerlikon Balzers, Spezialist für Oberflächentechnik.
  • Bendern: die Ospelt-Gruppe, einer der grössten Lebensmittelproduzenten des Landes.

Kopfzahlen stehen hier nur dort, wo eine belegte Liechtenstein-Zahl vorliegt. Warum das bei den übrigen nicht geht, steht im nächsten Abschnitt — es ist kein Versäumnis, sondern die eigentliche Schwierigkeit bei diesem Thema.

Warum die Beschäftigtenzahlen oft irreführen

Fast jede Rangliste der grössten Arbeitgeber Liechtensteins vergleicht Äpfel mit Birnen: Sie nennt Gruppentotale, also alle Beschäftigten eines Konzerns weltweit — nicht die Stellen im Land. Der Unterschied ist gewaltig.

  • Hilti beschäftigt weltweit über 34’000 Menschen, in Liechtenstein rund 2’000. Wer die Gruppenzahl nimmt, überschätzt den lokalen Arbeitgeber um das Siebzehnfache.
  • Ivoclar kommt weltweit auf mehrere tausend Beschäftigte, am Hauptsitz in Schaan sind es rund 970.
  • Konzerne ohne Aufschlüsselung: viele Unternehmen veröffentlichen gar keine Zahl je Standort. Eine Liechtenstein-Zahl lässt sich dann nicht belegen, nur schätzen — und eine Schätzung, die aussieht wie eine Statistik, ist schlechter als keine Zahl.
34’000 gegen 2’000

Beschäftigte bei Hilti weltweit gegenüber Liechtenstein — das Verhältnis, das jede Rangliste verzerrt, die mit Gruppentotalen arbeitet.

Unternehmensangaben, Stand 2026

Verlässlich ist deshalb nur die amtliche Gesamtsicht: Das Amt für Statistik zählt Arbeitsplätze nach Betriebsstätte im Land, nicht nach Konzernzugehörigkeit. Genau daher stammen die Zahlen im ersten Abschnitt.

Welche Branchen tragen den Arbeitsmarkt?

Der Sektor-Schnitt erklärt, warum die Liste oben so aussieht, wie sie aussieht: Liechtenstein ist industriell weit stärker als seine Nachbarn — und das Finanzwesen ist kleiner als sein Ruf.

37,0 %

aller Arbeitsplätze liegen in der Industrie, 62,4 % im Dienstleistungssektor und 0,7 % in der Landwirtschaft (Stand Ende 2024).

Amt für Statistik Liechtenstein, Unternehmen und Arbeitsplätze 2024

Offene Stellen der grossen Industriebetriebe findest du gebündelt unter Industrie und Maschinenbau, die des Finanzplatzes unter Banken und Finanzdienstleistungen und Treuhand und Vermögensverwaltung. Was in diesen Branchen gezahlt wird, steht im Lohn-Ratgeber.

Wo sitzen die grossen Arbeitgeber?

Die Grossbetriebe verteilen sich auf wenige Gemeinden — Schaan und Vaduz im Oberland, Eschen und Bendern im Unterland, dazu Balzers im Süden. Für Grenzgänger entscheidet das über den Arbeitsweg: Von Sargans oder Buchs aus ist Balzers in Minuten erreichbar, Eschen dagegen liegt am anderen Ende des Landes.

Was gerade offen ist, siehst du je Gemeinde in Schaan, Vaduz, Eschen und Balzers — oder gebündelt unter allen Stellen in Liechtenstein.

Zwei der genannten Unternehmen schreiben ihre Stellen direkt auf joblie aus: Hoval in Vaduz und Telecom Liechtenstein in Schaan. Beide Profile zeigen die offenen Stellen, den Standort und einen Ansprechpartner.

Lohnt sich die Bewerbung bei einem Grossbetrieb?

Grossbetriebe bieten strukturierte Laufbahnen, Weiterbildung und in der Regel überdurchschnittliche Löhne — dafür dauern ihre Auswahlverfahren länger und laufen über zentrale Personalabteilungen. Kleine Betriebe entscheiden schneller und oft direkt mit der Person, für die du arbeiten würdest.

Praktisch heisst das: Wer auf eine Stelle bei einem der grossen Namen zielt, sollte früh und vollständig bewerben. Für beides gilt dieselbe Form — das vollständige Dossier nach Schweizer Konvention. Wie es aufgebaut ist, zeigt der Bewerbungs-Ratgeber; den Überblick über den ganzen Arbeitsmarkt gibt der Guide „Arbeiten in Liechtenstein“.

Häufige Fragen

Wer ist der grösste Arbeitgeber in Liechtenstein?
thyssenkrupp Presta AG in Eschen mit rund 2’500 Beschäftigten in Liechtenstein. Es folgen Hilti in Schaan mit rund 1’900 bis 2’200 und Ivoclar, ebenfalls Schaan, mit rund 970 am Hauptsitz.
Wie viele Arbeitsplätze halten die grössten Unternehmen zusammen?
Die 21 grössten Unternehmen kamen Ende 2024 auf 15’173 Arbeitsplätze — rund ein Drittel aller 46’364 Arbeitsplätze im Land (Amt für Statistik Liechtenstein).
Warum weichen die Beschäftigtenzahlen je nach Quelle so stark ab?
Weil die meisten Ranglisten Gruppentotale weltweit nennen statt der Stellen im Land. Hilti beschäftigt weltweit über 34’000 Menschen, in Liechtenstein rund 2’000. Verlässlich sind nur die amtlichen Zahlen nach Betriebsstätte.
Gibt es in Liechtenstein überhaupt kleine Arbeitgeber?
Ja, und zwar fast nur: 88,2 Prozent aller Unternehmen haben 1 bis 9 Arbeitsplätze. Zusammen halten diese Kleinstbetriebe 10’291 Stellen — mehr als ein Fünftel des Arbeitsmarkts.
Welche Branchen beschäftigen die meisten Menschen?
Der Dienstleistungssektor mit 62,4 Prozent aller Arbeitsplätze, gefolgt von der Industrie mit 37,0 Prozent. Die Landwirtschaft kommt auf 0,7 Prozent. Der Industrieanteil ist damit deutlich höher als in der Schweiz oder Österreich.

Quellen

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